Feste der Nationen

In den Sommermonaten kommen in vielen deutschen Städten Bürgerinnen und Bürger unterschiedlicher Herkunft zu Festen der Nationen zusammen. Der Titel ist manchmal verschieden, das Ziel ist aber immer gleich: Menschen und Kulturen zusammenzubringen.

Solche Feste sind zwar im Hinblick auf die Migrationsdebatte besondern wichtig, existieren aber schon länger. Die ersten Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen, brachten anderes Essen und andere Bräuche. Die beste Art sich gegenseitig kennenzulernen waren Sommerfeste, oftmals von den Gemeinden, aber auch auch den Kirchen und anderen Initiativen organisiert. Die ersten Flüchtlinge, die Deutschland in den späten 70ern erreichten, waren Bootsflüchtlinge aus Vietnam, bald aber auch aus afrikanischen Ländern wie Eritrea und Äthiopien. Auch sie brachten neue kulturelle Einflüsse mit, und manche Bürgerschaft veranstaltete gemeinsame Kochkurse.

Das Essen hat schon immer Menschen verbunden, denn es liegt ja in unserer Natur zu essen. Es braucht dann nur eine kleine Portion Neugierde und schon lernt man, einen Maisbrei mit der Hand und eine Nudelsuppe mit Stäbchen und einem abgewinkelten Löffel zu essen. Bei Festen haben die Vertreter der verschiedenen Nationen die Gelegenheit, ihr Land kulinarisch vorzustellen. Da gibt es dann italienische Pizzastücke, belgische Waffeln, russischen Borschtsch, amerikanische Burger und französische Baguettes.

Essen und Musik

Neben dem Essen dürfen auch Darbietungen nicht fehlen. Meistens sind es volkstümliche Tänze, manche Mitbürger können aber auch Lieder in ihrer Muttersprache vortragen oder musizieren. Wenn das Fest gut organisiert wird, gibt es zu den Auftritten auch immer Erklärungen zum kulturellen Hintergrund. So wie es in Deutschland Bauerntänze eigens für das Erntedankfest gibt, haben auch andere Kulturen spezielle Bräuche, zum Beispiel für Hochzeiten oder die Sommersonnenwende.

Hilfreich ist übriges, dass auch in Deutschland immer besser Englisch gesprochen wird. Denn auch wenn es einfacher ist, sich auf Deutsch zu unterhalten, lernen nicht alle Ausländer die Sprache. Manche sind nur für kurze Zeit hier – die so genannten Expats – und da bietet es sich an, wenn neben Deutsch auch noch eine andere Sprache die Kommunikation ermöglicht.